Das Eidgenössische Turnfest ist jedes Mal etwas Unvergessliches. Es findet nur alle sechs Jahre statt, man trifft Vereine aus der ganzen Schweiz und es ist jedes Mal ein grandioser und aufwändiger Event. Auch der TSV Reigoldswil nahm an diesem tollen Anlass in Aarau teil. Nachdem die Jugend am ersten ETF-Wochenende an der Reihe war, galt es für uns am zweiten Wochenende ernst. Am Donnerstagnachmittag trafen sich 7 Turner auf dem Dorfplatz, der Rest kam dann Abend resp. am Freitag nach. Natürlich war auch unser „Turnerwägeli“, welches nun bereits am dritten Eidgenössischen dabei war, auch mit von der Partie. Es erstrahlte extra für dieses Turnfest in neuem Glanz und somit endlich in den Reigoldswiler Farben blau-gelb. Mit dem „Wägeli“ und all unserem Gepäck ging es mit dem Bus nach Liestal. Für Musik sorgte bereits im Bus unser DJ Marcel. Natürlich hatten wir auch die grosse Box dabei. In Liestal waren dann auch die Augen auf uns Gerichtet. Dort angekommen gönnten wir uns zuerst einmal ein Stück von dem feinen Kuchen, welche die Grossmutter eines Turners extra für uns gebacken hatte. Es war unsere erste Mahlzeit, abgesehen von dem ersten Bier im Bus. Schliesslich war es warm und man muss viel trinken. Weiter ging es mit dem Zug nach Aarau. Wir hatten zum Glück einen Niederflurzug, bei welchem das Einsteigen mit unserem „Wägeli“ einiges einfacher war. Der Zugchef hatte allerdings nicht die gleich gute Laune wie wir, als er sah, dass das „Wägeli“ auch mitkam. Aber dies konnten wir mit einem netten Gespräch regeln und versicherten dem Herrn, dass wir es halten werden. Angeblich wurden diese neue Bombardier Züge nicht für solche Gefährte gebaut. Es ging aber alles gut und wir kamen problemlos in Aarau an. Nun bemerkte man eher eine ETF Stimmung, obwohl es noch nicht so viele Turnerinnen und Turner hatte. Den etwas längeren Fussmarsch bis zum Campingplatz überstanden wir gut und es ging an das Zelt. Der Himmel war mehr als Dunkel, als wir mit dem Aufbau begannen. Nass wurden wir nicht, aber der Wind kam und wir mussten unser Zelt zwei Mal mit aller Kraft halten. Beim zweiten Sturm gab das Zelt dann nach und wir hatten nur noch defekte Stangen in der Hand. Wir mussten nicht diskutieren, das Zelt war am Ar….! Es wäre das Gemeinschaftszelt gewesen, in welchem 2/3 von uns geschlafen hätten. Nun hiess es organisieren. Zum Glück konnte Sabrina (Freundin von Marcel) eine Handvoll Zelt zusammen sammeln und uns vorbei bringen. Nochmals HERZLICHEN DANK für diesen grossartigen Support!!! So hatten wir doch noch alle ein Dach über dem Kopf. Als Billy, Chanti und Jessy ankamen, durften sie dank unserem Zelt-Malheur sogar noch helfen beim Aufstellen. Am Donnerstagsabend/Nacht stand dann die Volleynight auf dem Programm. Obwohl viel zum Spielen kamen wir nicht. Wir hatten 5 Spiele à 17 Minuten und dies zwischen 2300 Uhr und 0600 Uhr. Ja genau, die Organisatoren nahmen sich das Wort Nachtturnier zu herzen. Der letzte Match hatten wir dann kurz nach 0500 Uhr. Wir gewannen vier Spiel deutlich und der letzte Match verloren wir mit einem Punkt unterschied. Obwohl hier zu sagen ist, dass kurz nach dem Beginn des Spiels eine Frau beim Gegner ausfiel und sie dann mit unserer Einwilligung mit 4 Männer zu Ende spielten. Da diese sehr stark spielten, können wir auch mit diesem Ergebnis sehr zufrieden sein. Es reichte für den ersten Platz in unserer Gruppe und wir durften an der Rangverkündigung um 0600 Uhr einen Teampreis entgegen nehmen. Anschliessend begaben wir uns zurück zum Camping und legten uns für ein paar wenige Stunden nieder. Am Freitag verbrachten wir den Tag auf dem Festgelände und schauten uns bereits einmal um, wo unsere Anlagen für den Vereinswettkampf sich befanden. Auch waren wir einfach als Zuschauer unterwegs und schauten den anderen Turnerinnen und Turner zu. Am Abend ging es an das zweite Nachtturnier, diesmal waren nur die Turner beim Unihockey im Einsatz. Wir begannen bereits um 2000 Uhr aber hätten trotzdem auch bis um 0630 Uhr spielen müssen. Nach dem wir in der Vorrunde in der Gruppe den 2. Platz erreichten und in der zweiten Gruppenphase ebenfalls den 2. Platz erzielten, entschieden wir uns kurz nach 0200 Uhr das Turnier zu beenden. Wir hätten noch 3 weitere Spiele gehabt, bei welchen wir den 21.-25. Platz ausgespielt hätten. Im Hinblick auf den Vereinswettkampf vom Samstag, welcher unser Hauptteil an diesem Turnfest war, war es wohl eine gute Entscheidung. Wir hätten zum Teil Pausen von über einer Stunde gehabt um dann ein Spiel (7 Minuten) zu spielen. Über 60 Mannschaften waren im Einsatz, dies war einfach zu viel. Am Samstag kurz vor dem Mittag starteten wir mit dem Unihockeyfachtest in den Vereinswettkampf. Die erste Übung gelang beiden Teams sehr gut. Bei der zweiten Übung waren wir deutlich unter dem Erwarteten. Bei dieser Übung kommt man in Fahrt oder halt eben nicht. An diesem Tag wollte es nicht und wir waren deutlich unter dem, was wir in den letzten Trainings erreichen konnten. Trotz allem reichte es für die Note 7.90 in diesem ersten Teil. Weiter ging es mit dem Fachtest Allround. Für diese Disziplin trainierten wir definitiv am meisten und zogen einen sehr guten Tag ein. Es gab kein Team, welches abfiel und alle konnten eine super Leistung abrufen. Es reichte für die Note 8.50. Zum Schluss teilten wir uns auf. Vier Turner gingen an die Schleuderbälle und die Turnerinnen sowie Janic und der Präsi versuchten sich beim Steinstossen. Beim Schleuderball war es etwas ähnlich wie beim Unihockey. Die Leistungen aus den Trainings konnten leider nicht ganz erzielt werden. Es braucht halt auch noch etwas Wettkampfglück. Beim Steinstossen dürfen wir dafür sehr zufrieden sein. So nahe an eine Zehn kam an diesem Tag nur Evi. Sie stiess ihren Stein auf über 7.5 Meter, was eine 9.5 bedeutet. Mit der Note 8.29 erreichten wir eine hervorragende Leistung. Mit der Gesamtnote von 23.78 (max. 30 möglich) waren wir knapp unter der möglichen 24 Punkte-Marke. Mit diesem Ergebnis sind wir durchaus zufrieden. Somit war unser Wettkampfteil beendet. Wir genossen noch kurz die Sprungvorstellung von Ziefen und besammelten uns dann beim Camping wo ein Bierfass als Belohnung angestochen wurde. So konnten wir uns etwas auf den Abend einstimmen. Nach einem gemeinsamen Nachtessen schauten wir noch dem TV Bennwil bei der Barren-Übung zu. Die Armen hatten den Auftritt erst um halb neun. Danach ging es Richtung Turnerzelt. Die Massen an Turnerinnen und Turner war nicht zu steigern. Es waren alle Festhütten voll und heiss. Wir trotzten dem und feierten munter bis in die Morgenstunden. Die Einen etwas länger, andere bevorzugten den Weg Richtung Camping doch eher etwas früher. 🙂

Am Sonntag stand noch das letzte grosse Highlight auf dem Programm. Die Schlussfeier im Fussballstadion „Brügglifeld“. Mit von der Partie war auch unser Fähnrich Sevä, welcher trotz dem Feiern am Fahnenmarsch teilnahm und uns die Ehre erwies. Da wir den Zeltplatz erst nach der Schlussfeier komplett räumten, waren wir praktisch bei den Letzten, welche die Zelte demontierten. Punkt 1530 Uhr trafen wir in Reigoldswil ein. Wir liefen zusammen mit einer Delegation der Jugi vom Gemeindezentrum auf den Dorfplatz wo wir herzlich empfangen wurden. Herzlichen Dank an die Gemeinde für die Organisation und an das Trio Balmer, welche uns musikalisch unterhielten.

Das ETF 2019 in Aarau ist Geschichte und wird uns wie fast jedes Turnfest in langer Erinnerung bleiben. Entstehen immer wieder imposante Geschichten, Namen und viele weitere Erinnerungen. Wir freuen uns bereits jetzt auf das nächste Eidgenössische im 2025 in Lausanne und sind bereits daran, der französischen Sprache etwas näher zu kommen.
En ce sens, à bientôt! 🙂

Alle Impressionen zum ETF 2019 in Aarau findet ihr hier!